Übermäßiges Schwitzen

Jeder Mensch muss oder sollte schwitzen. Bei körperlicher Anstrengung, bei Hitze oder Fieber. Die Schweißabgabe hilft dem Körper, Temperaturunterschiede auszugleichen. Die Schweißdrüsen werden durch das vegetative Nervensystem (Sympathicus) gesteuert. Jeder von uns kennt die „nassen Hände“ vor einer Prüfung oder die „Schweißausbrüche in der Achselhöhle“ vor einem Bewerbungsgespräch.

Offiziell spricht man von übermäßigem Schwitzen ab einer Schweißproduktion von mehr als 100 mg Schweiß innerhalb von 5 Minuten pro Achsel. Die Selbsteinschätzung der Patienten ist bei hohem Leidensdruck jedoch sehr subjektiv.

Man unterscheidet die primäre Hyperhidrose, die sich häufig schon in der Kindheit/Jugend bemerkbar macht. Der Schweiß bricht aus, obwohl die Betroffenen weder besonders aufgeregt sind noch sich körperlich angestrengt haben. Das Alltagsleben ist erheblich beeinträchtigt, ein Händeschütteln wird häufig zur Qual.

Es gibt aber auch extrem viele andere Ursachen: Hormone, Arzneimittelnebenwirkungen (z. B. Antidepressiva, Hormonpräparate), Unterzuckerung bei Diabetespatienten, Infektionen, Krebserkrankungen, Übergewicht, psychische Probleme und Stress kommen in Frage.

Die Ursachen örtlich begrenzter Schweißneigung sind in der Medizin noch nicht bekannt.

Wie kann behandelt werden?

Bei leichten Formen reichen möglicherweise aluminiumhaltige Deos, Tabletten (Anticholinergika), Botox-Injektionen oder eine Leitungswasser-Iontophorese mit schwachem Gleichstrom aus. Auch die betroffene Körperstelle nimmt Einfluss auf die Therapie. In schwerwiegenden Fällen können die Schweißdrüsen operativ entfernt werden oder Ganglien des sympathischen Nervensystems durchtrennt werden. Dies sollte jedoch in spezialisierten Zentren erfolgen. Auch Hausmittel dämmen das übermäßige Schwitzen möglicherweise ein. Salbei-Tees oder -Bonbons sind auf jeden Fall einen Versuch wert.

Was bewirkt Botulinum bei erhöhtem Achselschweiß?

Die Schweißsekretion wird über den Botenstoff Acetylcholin, einen sogenannten Neurotransmitter gesteuert. Botulinum wirkt sich auf die Nervenimpulse aus. Die Erregungsübertragung von Nervenzellen zum Muskel wird gehemmt. Die Sekretion der ekkrinen Schweißdrüsen wird somit reduziert.

Gibt es dauerhafte Lösungen bei Schweißproblemen?

Nur durch Operationen, die aber mit erheblichen Nebenwirkungen verbunden sein können. Tendenziell lässt sich sagen, dass nach drei Behandlungen mit Botulinumtoxin die Schweißneigung spürbar abnimmt.

  • > 100 mg Schweiß innerhalb von 5 Minuten pro Achsel gilt als übermäßige Schweißproduktion

  • Empfinden kann subjektiv sein

  • Aluminiumchloridhaltige Deos, Tabletten und salbeihaltige Präparate können ausreichend sein

  • Botulinuminjektionen führen zur Reduktion der Schweißdrüsenaktivität

  • In schweren Fällen kann eine Operation erforderlich sein